
Viele der heutigen Gesellschaftsspiele haben ihre Ursprünge und Vorläufer bereits in früheren Varianten. Eines von ihnen ist Kalaha – eine mittlerweile etwa 3.400 Jahre alt Grundidee, die bis in die Gegenwart nur wenig von ihrem eigentlichen Prinzip verloren hat. Zunächst war Kalaha im syrischen Raum beheimatet, verbreitete sich von dort aus aber recht schnell in die übrigen Teile der Welt. Somit kam es im Lauf der Zeit natürlich vor, dass unterschiedliche Versionen des Spieles erstellt wurden. Sie alle sind aber noch deutlich spürbar an die eigentliche Struktur angelehnt – wer gewinnen will, muss somit in jedem Falle eine kluge Strategie mit etwas Glück kombinieren können.
Wer hat die meisten Körner?
Auf dem Spielfeld befinden sich zwei Reihen mit je sechs Mulden. Pro Spieler also eine Reihe. In jeder von ihnen liegen vier Spielsteine. Je nach Version ist es aber auch möglich, mit weniger oder mehr Steinen zu agieren. Am Ende des Feldes liegt jeweils die sogenannte Gewinnmulde – sie ist leer, muss aber gefüllt werden. Der eröffnende Spieler wählt eine Mulde. Aus ihr nimmt er die Steine und verteilt sie entgegengesetzt des Uhrzeigerprinzips. Die Steine verteilt er dabei auf die eigenen und – wo es sich ergibt – auf die Mulden des Gegners. In die eigene Gewinnmulde darf er ebenfalls einen Stein ablegen, in jene des Konkurrenten aber nicht. Wer am Ende die meisten Steine gesammelt hat, gewinnt.
Die Taktik entscheidet
Das Spiel scheint oberflächlich betrachtet einem festen Schema zu folgen und in diesem auch nur wenig beeinflussbar zu sein. Somit stellt sich schnell die Frage, ob sich dabei überhaupt eine Strategie entwerfen lässt, die schneller zum Sieg führt. Doch der Unterschied zwischen Niederlagen und Triumphen liegt in der Auswahl: Welche Mulde wird beansprucht, um die Steine aus ihr zu entnehmen und zu verteilen? Sicherlich, auch hierbei sind die Optionen an sich gering, besitzt jeder Teilnehmer doch nur sechs dieser Mulden – aber es bedarf eines großen Aufwandes, um dabei die richtige zu nehmen. Rechnerisches Geschick und eine weitblickende Strategie sind zudem die Grundsäulen des Sieges.
Der Einfluss des Schicksals
Allerdings wäre es vermessen, alleine mit der Taktik ein Spiel gewinnen zu wollen. Denn wie man es auch anstellt, selbst die klügste Strategie führt in der Regel nicht dazu, dass sich der Gegner in seinem Vorgehen beeinflussen lässt. Das Zustellen von Wegen, das Isolieren einzelner Figuren und das geschickte Angreifen sind daher nicht möglich. Das wiederum bedeutet aber auch, dass der Einfluss von Glück und Unwägbarkeiten bei Kalaha nicht zu unterschätzen ist. Jeder Spieler sollte daher alles in seiner Macht Stehende tun, um sich bestmöglich zu positionieren. Zudem empfiehlt es sich, sehr flexibel spielen zu können – damit wäre es auch keine Gefahr, wenn der Gegner aus einer unangenehmen Mulde zieht.




